Loslassen! Los! Lassen! Lass los!

Verlustangst

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Wer umsorgt werden will, ist meist bereit, persönliche Verantwortung aufzugeben und sich den Wünschen anderer anzupassen. Doch wer sich anpasst, wird ein Leben lang auf Eierschalen laufen und schlechtes Verhalten in Kauf nehmen müssen. Belastbare Beziehungen brauchen hingegen Augenhöhe, denn unser Wesen in liegt in der Verbindung. Wir sind voneinander abhängig. Das höchste Ziel ist es, zu lernen, sowohl unabhängig als auch abhängig zu sein.

Warten

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Wer das Warten wahrnimmt, kann den Körper entspannen und sich sicher fühlen. Wer neugierig wartet, stärkt sein Gefühl der Selbstkontrolle und des Vertrauens. Wenn wir nicht angespannt sind und die Zeit mit Dingen füllen wollen, können wir locker lassen. Wir lösen uns von der Illusion der Unmittelbarkeit und öffnen uns, fühlen uns leicht und zufrieden. Voll Vertrauen können wir auf die Erfahrung neugierig sein.

Die Krise befreit

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Erst kommt die Krise. Die bestehende Ordnung zerbricht. Wir erkennen, dass hinter der Illusion, wir hätten ein festes Selbst, ein dynamisches, reaktionsfähiges Potential liegt. Jetzt können wir lernen, uns in diese Friedlichkeit zu entspannen. Wir müssen nicht länger wissen, was als nächstes kommt. Wir sind nicht länger Sklaven unserer Ängste. Wir akzeptieren die Vorstellung, alles verlieren zu können. Dann müssen wir nichts mehr tun, um das zu sein, was wir schon sind. Wir sehen wie unwirklich die Dinge sind und brauchen uns nicht an ihnen festzuklammern. Die Unbeständigkeit bedeutet nicht ständig zu verlieren, sondern bringt uns auch die neue Freiheit zu entdecken, wie kreativ der sich ständig neu entfaltende Augenblick ist. Kleinliche Sorgen fallen von uns ab. Indem wir uns daran erinnern, dass Festhalten zwecklos ist, öffnen wir unseren Geist und unser Herz.

Tief zuhören

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Wenn wir zu meditieren beginnen, stellen wir fest, dass wir unsere Gedanken, Körperempfindungen, Emotionen, Erinnerungen, Klänge usw. wahrnehmen. Unser Geist interpretiert sie, zieht Schlüsse und macht Annahmen, die auf vergangenen Konditionierungen beruhen. In der Meditation dürfen alle Gedanken, Gefühle, Emotionen, Erinnerungen usw. einfach so sein, wie sie sind, ohne sie ändern oder unterdrücken zu wollen. Dann können wir im ursprünglichen Gewahrsein selbst ruhen, der Quelle, in der alle Dinge entstehen und vergehen. Wer sich sanft in das Zuhören, entspannt, löst die zwanghafte Kontrolle und Identifikation mit dem Verstand. Je tiefer wir in der Stille ruhen, desto freier werden wir. Das Gewahrsein wird als bloßes Potential, oder im stillen Hintergrund allen Wissens, gegenwärtig.

Draußen

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Ähnlich wie beim Meditieren, fordert die Natur, dass wir aufmerksam sind und unser Denken vereinfachen. Viele Werke der Literatur und Kunst behaupten, dass der Geist dort zur Ruhe kommt und Platz für neue Ideen schafft. Indem wir uns auf das, was direkt vor uns ist, einlassen, werden wir präsent. Wir nehmen das Leben direkt wahr, den Sonnenschein, die Brise, die Geräusche, die Gerüche, und finden einen neuen Fokus. Wenn dann unsere innere Landschaft mit der natürlichen Landschaft schwingt, verringert das unseren Drang etwas zu tun. Wir dürfen so sein, wie wir sind. Das verlangsamt das unseren Herzschlag, reduziert die Stresshormone und hilft unserem Gehirn, sich auf Ruhe und natürliche Wachsamkeit einzustellen.

Das Denken loslassen

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Wir glauben unseren Gedanken. Bei näherer Betrachtung sind sie jedoch nur das Ergebnis unserer Vorstellungen. Mit dieser Einsicht können uns unser Gedanken nicht länger belästigen. Fühlen wir uns gestresst, besorgt oder deprimiert, können wir das wahrnehmen, ohne es zu bewerten.  Wir leiden, weil wir über die Vergangenheit nachdenken. Das verhindert, dass wir die gegenwärtige Realität erkennen. Wir leiden nur, wenn es eine Geschichte gibt. Indem wir das erkennen, können wir unsere Gedanken loslassen und Abstand schaffen zu unseren Gedanken. Dann können sie uns nicht länger stören. In der Meditation geht nicht darum, etwas Außergewöhnliches zu erwarten, sondern darum, die Freiheit des Augenblicks zu genießen.

Angst vor dem Unbekannten

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Geschichten regen unser Gehirn an, wie es reine Fakten nicht tun. Sie schaffen unsere Wirklichkeit. Angst ist auch eine Geschichte, die wir uns selbst erzählen. Sie sucht nach Bestätigung. Das kann sie so verstärken, dass wir uns hilflos und überwältigt fühlen. Der amerikanische Meditationslehrer Loch Kelly schlägt dagegen einen Perspektivwechsel vor. Was passiert, wenn wir uns fragen: „Was ist jetzt hier, wenn es kein Problem zu lösen gibt?“ Was passiert, wenn wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, und das Wesentliche dessen spüren, was wir sind? Indem wir erkennen, das die Furcht eine Geschichte ist, die im Bewusstsein erscheint, können wir beginnen, die Negativspirale aufzulösen.

Wenn Erwartungen enttäuscht werden

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Lassen wir unsere Erwartungen los, können wir ein Gefühl der Freude und Leichtigkeit entdecken. Es erfordert Mut, tief in das eigene Herz und den eigenen Verstand zu blicken, um nicht mit den Scheuklappen unser Konditionierung durchs Leben zu gehen. Auch in der Meditationspraxis können wir uns in Erwartungen verfangen, indem wir uns z.B. energetisch in den nächsten Moment hineinlehnen. Wir sind noch bei diesem Atemzug, denken aber schon an den nächsten. Wir denken, dass der nächste Moment irgendwie alles lösen wird. Doch der nächste Moment ist genauso unbeständig wie dieser. Auch er kann keine Lösung für irgendetwas bieten. Erwartungen machen uns unruhig. Unser Geist pendelt zwischen Hoffnung und Angst. Wenn wir etwas erwarten, hoffen wir, dass etwas eintritt, das wir uns wünschen. Gleichzeitig wir fürchten wir, dass es nicht eintritt. Bei Befreiung geht es aber nicht darum, etwas zu erreichen, sondern zu erkennen, was da ist. Es geht um das Seinlassen, darum, immer wieder in die Gegenwart zurückzukehren, und sei es nur für einen Augenblick. Der befreite Geist verlangt nicht nach Sinnesfreuden oder nach dem ständig Neuen. Er ist erwartungslos und offen für die Dinge, die da kommen mögen. Dann können wir die Welt sehen, wie sie ist.

Einsam

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Manchmal glauben wir, der Einsamkeit nicht entkommen zu können. Manche Lehrer empfehlen dann, alles in Zeitlupe zu tun, damit wir alle Vorgänge im Körper und Geist bewusst beobachten können. Während dieser Praxis können wir beobachten, wie Einsamkeit aussieht und sich anfühlt. Die Einsamkeit scheint dann außerhalb von uns selbst zu liegen, ist aber dennoch ein Teil von uns. Oder wir können uns mit dem Ort in uns verbinden, der sich wie zuhause anfühlt. Dann können wir uns daran erinnern, dass wir bereits da sind. Ein weiterer Weg ist es, die Einsamkeit als das annehmen, was sie ist. Sie hilft uns, uns in andere einzufühlen und sowohl sie als auch uns zu verstehen. Wir sind motiviert, uns mit ihnen zu verbinden. Das gibt unserem Leben einen Sinn.

Bittersüße – ein Gemütszustand

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„Das Bittersüße ist der Zustand, in dem wir wissen und akzeptieren, dass das Leben immer gleichzeitig Freude und Leid ist. Es ist hell und dunkel“, schreibt die amerikanische Bestseller-Autorin Susan Cain. Das Bittersüße umfasst auch Kummer und Trauer. Es ist „bittersüß“ sich nach etwas Schönem zu sehnen, das unerreichbar ist. Die Sufi Mystiker sehen darin ein gigantisches Potential: „Dein ganzes Leben muss ein Leben der Sehnsucht sein“. Wir sehnen uns danach, zur Quelle zurückzukehren, wo alles in seiner Ganzheit umarmt ist. Weil wir im Augenblick eine perfekte, schöne Welt nicht vollständig erleben können, müssen wir uns strecken, nach ihr greifen, uns eben sehnen. Das Herz leidet, weil es seine wahre Liebe nicht vergessen hat. Wir brauchen den süßen Schmerz im Herzen, der uns den Weg nach Hause zeigt. Er erweckt unser Herz zur Einheit der Liebe, dem wahren Wunder des Lebens.

Empathisch Sterben

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„Empathische Todeserlebnisse werden vor allem von Menschen erlebt, die durch eine tiefe Liebe miteinander verbunden sind. Der soeben Verstorbene erreicht das Bewusstsein des Angehörigen.“ Obwohl Der Erlebende muss dann nicht am Sterbeort sein, um den Sterbevorgang intensiv mitzuerleben. Mein Vater begegnete z.B. seinem besten Freund unmittelbar nach seinem Tod als transparente Figur auf der Straße. Der strahlend lächelnde Kopf eines Freundes erschien mir, nachdem er nach langer Krankheit verstarb. Er war befreit und glücklich. In letzter Zeit haben mir einige Freunde berichtet, wie sie empathisch den Todes eines Verwandten oder Freundes erlebt haben. Andere hatten intensive Erlebnisse mit ihrem Vater, mit dem sie in Liebe verschmolzen.

Mutig lieben

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Mutig zu lieben, bedeutet gleichzeitig die Liebe zu sich selbst, zu anderen und zur ganzen Welt zu leben. Wir beginnen, indem wir durch Selbstliebe das Glück in uns entdecken. Das geht an unsere Grenzen, denn es bedeutet, unsere inneren Teile anzunehmen, die mit Scham und der Angst verletzt oder verlassen zu werden, belastet sind,. Erst wenn wir diesen Teilen vertrauen können, können wir für sie verantwortlich sein. Unsere Partner können dann nicht länger unsere Knöpfe drücken, indem sie sich wie frühere Fürsorger verhalten, die uns verletzt haben. Lieben wir den anderen so wie er oder sie ist, stellen wir unser Wachstum über das Bedürfnis nach Sicherheit. Wer Liebe bedingungslos schenkt, vergrößert die Liebe in sich. Die Botschaft ist, wir können nicht wählen, wen wir lieben, aber wie gut. Wenn wir lieben, geben wir uns hin, öffnen uns, vertrauen und lockern die Kontrolle.

Lieben, verlieren, lieben verlieren

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Liebe und Verlust sind „Kräfte, die nicht kontrolliert oder vorhergesagt werden können“, schreibt die amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Gilbert. Sie kommen und gehen, wann sie wollen, richten sich nicht nach unseren Plänen oder Wünschen. Erst lieben wir, dann verlieren wir den anderen durch den Tod oder wir entlieben uns. Früher oder später „vergeht“ alles, „läuft die Zeit aus“, als ob die Menschen, Beziehungen und Dinge in eine andere Dimension gewechselt seien.

Mitgefühl heilt Angst

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Wir können wählen, ob wir uns liebevoll und weit oder ängstlich und eng fühlen wollen. Anstatt uns als Opfer zu betrachten, übernehmen wir Verantwortung. Indem wir erkennen, dass nur wir uns selbst wütend machen können, ermächtigen, wir uns mit der Wut umzugehen. Das Gleiche gilt für die Angst. Die Zukunft hat noch nicht stattgefunden, die Vergangenheit ist bereits geschehen. Das Einzige, was wir haben, ist das, was genau hier und jetzt ist. Doch wir leiden, weil wir aus Gewohnheit, ein festes Selbst konstruiert haben. Dieses Selbst ist aber tatsächlich eine höchst flexible Sache, denn wir sind mit allen und allem im Universum verwoben. Furchtlos zu sein, bedeutet, das anzunehmen, was da ist. Was jetzt da ist. Das bedeutet weder, etwas passiv geschehen zu lassen noch etwas zu erdulden, was wir nicht wollen. In der Meditation verlangsamen wir den Gedankenfluss und kommen dort an, wo wir wirklich sind. Wenn Bilder oder Gedanken auftauchen, brauchen sie unsere Aufmerksamkeit. Es gilt sie furchtlos zu fühlen, um sie dann loszulassen und in den Augenblick zurückzukehren.

Die Stille ehren und mit Widersprüchen leben

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Jenseits der Ablenkung können wir erleben, dass tiefes Zuhören uns mehr belebt als all die Gedanken, die uns ständig begleiten. Wenn wir stillsitzen, können frische und phantasievolle Ideen erscheinen. Leonard Cohen fand im Kloster einen perfekten Weg, allein in Gesellschaft zu sein und eine Stille zu finden, die kommuniziert. Für ihn war Zen so etwas wie ein „Krankenhaus für gebrochene Herzen“. In seinen Liedern ist er gleichzeitig kraftvoll, sanft, todernst, spielerisch und durchdrungen von der Neugier auf das, was im Zen als „die große Frage von Leben und Tod“ bekannt ist. Pico Iyer sagte über den damals 80-jährigen Cohen, dass er ein Gefühl von Glück, Weisheit und Frieden ausstrahle. „Das ist es, was wir meinen, wenn wir von Erfolg sprechen. Das sind Qualitäten, die wir nie sehen, aber immer spüren können.“

Mit Begeisterung und Ausdauer zum Glück

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Wer sich von Verzweiflung überwältigen lässt und sich als Opfer fühlt, sieht überall nur Leid. Doch alles ist vergänglich. Wenn wir verstehen, dass der Krieg eines Tages enden wird, haben wir den Mut, für den Frieden zu arbeiten. Wer sein Leiden gut nutzt, kann glücklich sein. Aber je ängstlicher und vorsichtiger wir werden, desto mehr ziehen wir das Unglück an. Dramen und Ungewissheit gehören zu unserem Leben. Erst wenn wir uns mit der grenzenlosen Liebe verbinden, erleben wir Gleichmut. Wenn wir den Umständen mit Mitgefühl und freudiger Anstrengung begegnen, können wir – unabhängig vom Verhalten anderer – uns sicher fühlen. Indem wir lernen, unser Herz offen zu halten, können wir erleben, dass alle Wesen eins mit uns sind.

Im Kontakt mit dem „heutigen“ Körper

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In der Meditation schweift der Geist immer wieder ab, aber wir kehren gelassen zurück zum Körper im gegenwärtigen Augenblick. Er funktioniert wie ein Anker für unsere Aufmerksamkeit. Die Ereignisse im Leben kommen und gehen, sie erneuern unser Leben von einem Augenblick zum nächsten. Alles kehrt wieder und ist doch immer wieder neu. Unser Atem, unsere Arbeit, Beziehungen, Träume, Krankheit, Wohlbefinden, – unser ganzes Leben entsteht immer wieder neu. In der Meditation ist der Körper der Ruhepunkt, das Fundament, er gibt uns Kraft und Inspiration.

Wer Blumen will, muss Kompost haben

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Wer sich mit dem inneren Kritiker streitet, hat verloren, denn der ist keine Person, sondern eine Bande von trüben Gedanken. Wenn der Verstand über uns herzieht, müssen wir ihm nicht glauben. Wenn wir Angst haben, falsch zu entscheiden, schränken wir unser Handeln ein und fühlen uns gelähmt. Der Besserwisser in uns wird uns ständig an unsere Fehler erinnern. Wenn das unser bester Freund täte, würden wir ihm sagen: „F… you, ich habe dich schon beim ersten Mal verstanden!“ Aber beim inneren Tyrannen tun wir das nicht. Solange wir an einem „wirklichen Ich“ festhalten, glauben wir, unser Körper und Geist existierten objektiv und unabhängig von allem anderen. Wir hoffen, nur dem Freudvollen zu begegnen und allem Schmerzlichen aus dem Weg zu gehen. Doch wir sind ein immerwährender Prozess, mit allem verbunden, und erleben immer beides: Freud und Leid.



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