Loslassen! Los! Lassen! Lass los!

Herbstblues

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In dieser Woche fühlte ich mich sentimental, summte melancholische Lieder wie Autumn Leaves. Im Lied erinnert das Herbstlaub an eine alte Liebe. Zwei Menschen, die zusammen waren, trennten sich leise. Nur eine durchsichtige Erinnerung bleibt. Nach dem Aufblühen des Lebens im Frühling, dem Blühen und Wuchern im Sommer, fallen jetzt die Blätter. Die kahlen Äste erinnern uns an die Vergänglichkeit aller Dinge. Wer die Schönheit eines Sonnenaufgangs, des farbigen Herbstwaldes, einer Beziehung, oder der Umarmung eines Kindes genießt, weiß: Bald sind die schönen Augenblicke vorbei. Wenn unser Herz berührt wird, erkennen wir, wie flüchtig diese Welt ist. Der Herbstblues ist da.

Die Heimat im Herzen

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Doch unser unruhiger Geist will uns mit unverarbeiteten Erfahrungen konfrontieren, die schmerzhaft und vielleicht sogar beängstigend sind. Dann wollen wir nicht nach Hause zurückkehren und uns den Schwierigkeiten in uns stellen. Es ist es wichtig, dass wir dann Mitgefühl für uns selbst empfinden. Um alte Wunden zu heilen und Wohlbefinden zu erfahren, müssen wir uns beruhigen und nach innen wenden. „Anstatt auf einen Gedankenzug aufzuspringen, der in die Zukunft fährt, oder uns in die Vergangenheit transportiert, müssen wir im Bahnhof innehalten. Unseren Atem und die Empfindungen im Körper wahrzunehmen, hilft uns, auf dem Bahnsteig des Jetzt zu bleiben,“ schreibt die amerikanische Meditationslehrerin Kaira Jewel Lingo.

Lieben heißt sich einlassen

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Vergangenheit und Zukunft sind Gedanken, die nur im Jetzt existieren. Wir leben nur im Augenblick, und dieser Augenblick ist es unendlich. Der Augenblick ist die einzige Realität, er selbst ist Teil des Augenblicks. Zu Lieben bedeutet, die Liebe im Augenblick zu erleben, in dem wir uns ohne nachzudenken einlassen.

Authentisch handeln ist dynamisch

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Der buddhistische Lehrer Chogyam Trungpa siedelte Authentisch-Sein im Spannungsfeld zwischen Entsagung und Teilhabe an der Welt an. Wer authentisch handelt, sagt er, lehnt es ab, feige zu sein oder sich anzupassen. Eine authentische Präsenz habe sowohl einen ruhigen Geist, als auch die Intention, die auf die Welt einzuwirken. So können wir, die Wellen des Chaos mit einem wahrhaftigen und transparenten Geist reiten.

Dazugehören

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Wer seine Meinung der Zugehörigkeit unterordnet, weiß schließlich nicht wer er ist. Es ist paradox, schreibt die US-Forscherin Brené Brown: „Wer sich bemüht, akzeptiert zu werden, kann sich nie zugehörig fühlen. Wir gehören erst dazu, wenn wir zu uns stehen.“ Wer sich zugehörig fühlt, braucht nicht mit der Welt zu verhandeln. Indem wir uns und die anderen akzeptieren, wie wir sind, fühlen wir uns zugehörig. Wir stehen zu unserer Identität, den Bedürfnissen und Überzeugungen, ohne die Identität eines anderen Menschen herabzusetzen. Andere zu lieben, beginnt indem wir an uns selber glauben. Sich zugehörig fühlen, beginnt also mit dem Satz: „Ich bin bereit, mit mir allein zu sein, wenn es sein muss.“

Scham mit Mitgefühl begegnen

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Scham ist ein soziales Gefühl, das Publikum braucht. Wenn wir gegen Normen verstoßen, an die wir glauben, schämen wir uns. Die Scham trifft uns dort, wo wir am verletzlichsten und am unsichersten sind. Sie wächst exponentiell, wenn wir sie geheim halten, unterdrücken oder verurteilen. Wenn wir uns schämen, schauen wir nach innen und sehen unser gesamtes Selbst in einem negativen Licht. Wir denken, dass wir tatsächlich schlecht sind, und sind besorgt, was andere über uns denken. Wenn wir uns entblößt und klein fühlen, können wir anderen nicht in die Augen schauen. Wir erröten, schwitzen, stottern und signalisieren so, dass wir unsere Fehler erkennen. Der innere Kritiker kann triumphieren: „Du bist ein Versager.“ „Wer will dich schon lieben?“

Intim sein mit sich

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„Intim zu sein, ist das Gegenteil vom Loslassen“, schreibt die amerikanische Buddhistin Dr. Willa Blythe Baker. Um einen großen Baum von einer invasiven Ranke zu befreien, sollten wir beide sehr genau kennen. Wer nicht auf beide achtet, fällt manchmal den Baum. In der Meditation ist das genauso. Wer meditiert, um sich leicht und ausgeglichen zu fühlen, will seine Unruhe hinter sich lassen. Das ist verständlich, wenn wir aufgefordert werden, unseren Geist immer wieder auf den Atem oder einen anderen nicht-begrifflichen Fokus zu richten. Bei der Entwicklung der Konzentration, dem gerichteten Fokus, gilt abschweifen als „Ablenkung“. Das ist eine wertvolle Eigenschaft. Doch wo soll die Unruhe hin? Sie will gesehen und gehört werden.

Vom Verzweifeln zum Vertrauen

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Die buddhistische Psychologie sieht störende Emotionen als etwas, das unser klares Bewusstsein und unsere essentielle Güte verdeckt. Sie sind wie die Wolken am Himmel. Lassen wir uns durch sie verwirren, bestimmen sie, wie wir wahrnehmen und handeln. Damit erlauben wir ihnen wiederzukehren und unsere Beziehungen, unsere Arbeit und Selbstsicht zu verkomplizieren. Wer achtsam ist, kann seine emotionalen Fixierungen erkennen. Das nimmt ihnen die Macht. Diese dunklen Momente und beunruhigenden Gefühle laden uns also ein, unsere natürliche Weisheit zu entdecken und zu wachsen, das Unerwünschte in etwas Erwünschtes zu transformieren. Indem wir uns auf die Klarheit des Geistes einlassen, können Feinde zu Freunden werden.

Glaubenssätze filtern die Realität

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Unsere Ängste entstehen aus dem Gefühl, dass wir und andere getrennt seien. Wer uns ablehnt, stellt unsere Identität in Frage. Deshalb ist es für viele leicht, vor einer Gruppe von Freunden, aber schwierig, vor einer großen Menschenmenge zu singen. Wir wollen bestätigt werden, und bei Freunden erwarten wir eher Zuspruch. Wenn wir Informationen interpretieren, sollen sie unseren Standpunkt bestätigen. Das zeigen wir auch in der Art, wie wir argumentieren und uns in Beziehungen verhalten. Diese Neigung strukturiert sowohl das, woran wir uns erinnern, als auch unsere – oft falschen – Vorstellungen von uns selbst. Das Gleiche gilt auch für gesellschaftliche Gruppierungen. Die Gleichberechtigung der Frauen, beispielsweise, wurde zwar vor allem von Männern gebremst, aber auch von Frauen, die glaubten, intellektuell unterlegen zu sein.

Apps für Meditation boomen

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Die scheinbar endlose Corona-Pandemie belastet auch die psychische Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt. Wir brauchen andere Formen der Kommunikation und Hilfen, um uns zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Virtuelle Angebote boomen. Sie müssen nicht mehr heruntergeladen, sondern können gestreamt werden. Als App begegnen sie uns überall, wo wir sind: auf dem Handy. Angeführt wird die Liste der am meisten heruntergeladenen Apps vom Videokonferenz-Tool Zoom und der Luca-App. Das Streaming von Musik, Büchern, Spielen, Filmen und die Nutzung von Email-Diensten und sozialen Medien hat gigantisch zugenommen. Bankfilialen schließen, während die Onlinebanking-Apps boomen.
Auch im Gesundheitssektor schreitet die Digitalisierung voran, die Verbindung von Internet und Medizin wird zu „E-Health“. Patienten sollen schneller und besser versorgt werden. Die ersten „Digitalen Gesundheitsanwendungen“ (kurz: DiGA), werden seit Oktober 2020 von Ärzten und Psychotherapeuten verordnet. Ähnlich wie eine Gehhilfe oder ein Medikament wie Insulin gibt es jetzt „Apps auf Rezept“.

Selbstgespräche um Mut zu machen

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Selbstgespräche können uns anfeuern. Untersuchungen im Sport bestätigen die positive Wirkung von ermutigenden Worten auf die Leistung. „Wenn die Selbstgespräche jedoch neutral sind, etwa ‚Was muss ich tun?‘, oder positiv, wie ‚Ich kann das schaffen‘, dann ist das Ergebnis viel effektiver,“ sagt die amerikanische Ergotherapeutin Dr. Julia Harper. Selbstgespräche sind von Vorteil, kommentiert sie, wenn wir darauf achten, wie wir mit uns selbst sprechen. Bei positiven Selbstgesprächen geht es um neutrale und hilfreiche Aussagen, die uns zum Erfolg inspirieren. Wichtig ist der Inhalt und der emotionale Tonfall dessen, was wir sagen.

Schatten auflösen

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Das innere Kind repräsentiert unser ursprüngliches Selbst. Es hat die Fähigkeiten, sich zu wundern, zu freuen, sowie unschuldig und sensibel zu spielen. Mitfühlend können wir die Sorgen dieses Kindes wieder neu erleben. Wir verurteilen es nicht, sondern halten es und hören tief zu, was es zu sagen hat. Wir verstehen, wie verletzt es ist, wie wir es vernachlässigt haben und wie schwer es ihm fällt, uns zu vertrauen. Wir können ihm zeigen, dass wir es ernst meinen, indem wir unser Verhalten ändern, uns öfters ausruhen, mehr in die Natur gehen, mehr lachen, und uns von dem trennen, was es weiterhin verletzt. Erst dann schätzen wir das Leben unseres inneren Kindes vollständig.

Nach Hause kommen

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Alle schwierigen Momente ereignen sich im gegenwärtigen Augenblick. Egal was geschieht, es ist anders als das, was wir auf die Zukunft projiziert haben. Angst ist immer nur eine Vorstellung, immer unecht. Kann das, was wir fürchten, jemals so eintreten? Um mit uns im Einklang zu sein, heißen wir deshalb das Unbekannte willkommen. In den Worten von Joseph Campbell: „Wir müssen das Leben, das wir geplant haben, loslassen, um das Leben, das auf uns wartet, zu akzeptieren.“ Dann können wir uns auf die Weite des Bewusstseins und der Liebe einlassen. Und wenn es kompliziert wird, können wir immer zur Einfachheit zurückkehren: Sei dir bewusst, was in diesem Augenblick entsteht, ohne dich daran zu klammern.

Lieben heißt verletzlich sein

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Wer sich wünscht, dass seine Liebe erwidert und seine Wunsch nach Zärtlichkeit erfüllt wird klammert sich an. Was nicht erfüllt wird, enttäuscht. Wenn wir das nicht schlucken, erleben wir Schmerzen – auch physisch. Wir sind die Ursache für unsere Enttäuschung, nicht der oder die andere. Die englische, buddhistische Nonne Jetsunma Tenzin Palmo sagt, echte Liebe sei, andere glücklich zu machen. Hingegen bedeute eine klammernde Liebe, zu erwarten, dass der andere uns glücklich macht. „Idealerweise kommen Menschen zusammen, die sich bereits in sich selbst erfüllt fühlen und dies im anderen zu schätzen wissen, anstatt vom anderen zu erwarten, dass er dieses Gefühl des Wohlbefindens vermittelt.“ Es geht darum, eine Balance zu finden, in der wir unsere Sorgen und Ängste akzeptieren und wertschätzen. Anstatt den Himmel auf Erden zu erwarten, erfordert die Liebe verletzlich zu sein, geduldig zu üben und sich mit Vertrauen einzulassen.

Strahlen vor Glück

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Glücklich zu sein bedeutet, sich zu öffnen und anzunehmen. Glück ist mit unserem Selbstwert verbunden. Mudita wertet nicht. Wir akzeptieren, dass andere ihr Leben anders leben als wir. Andere dürfen sich an Dingen erfreuen, die wir nicht mögen. Glück steckt an, es ist unwiderstehlich. Wenn Menschen sich freuen, laden sie uns ein, an ihrem Glück teilzuhaben.

Was geschieht, wenn wir unsere innere Freude in äußere Energie umwandeln? Vielleicht spüren wir, wie unsere Augen strahlen. Wir können immer ein sanftes Lächeln weitergeben und merken, wie Glück sich ausdehnt und uns mit allem verbindet, was uns umgibt.

Entscheiden mit Kopf, Herz und Bauch

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Während meiner acht „Wanderjahre“ in Indien und Nepal lernte ich, mich auf mein Herz und Bauch einzustimmen. Da ich keine Kriterien hatte, um rational zu entscheiden, wohin die Reise gehen sollte, spürte ich im Körper nach. Ich lernte achtsam zu sein und unter die Oberfläche von Gedanken und Ängsten zu tauchen. Das erlaubte mir, die leiseren und subtileren Signale in meinem Herzen und Bauch wahrzunehmen. Das entspannte Gefühl der Offenheit und der Wärme war ein „Ja“, ein Gefühl der Enge oder der Anspannung ein „Nein“. So ließ ich meine Zweifel und Ängste los und öffnete mich vertrauensvoll dem Neuen.

Meditation macht den Geist kreativ

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Wir sind von Natur aus kreativ. Als Kinder gaben wir uns im Spiel der Phantasie hin und erträumten neue Welten. Ungewissheit macht uns unsicher. Doch wenn wir nach Sicherheit suchen, greifen wir nach Gewohntem. Dabei ist Kreativität die Basis unseres Lebens. Ohne Innovation steht die Welt still. Wir brauchen sie, um Nützliches zu erfinden, zeitlose Kunstwerke zu schaffen oder Probleme aus neuen Blickwinkeln zu lösen. Kreativ sein ist die Voraussetzung, um Neues zu erschaffen. Erfolgreich sein, heißt kreativ zu handeln. Das fordert uns heraus, immer wieder offen für Veränderungen zu sein. Das führt zu weiteren Veränderungen. So entsteht Neues – ausgelöst durch Unsicherheit.



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