„Wir wissen, dass gerade der innere Widerstand, das sich Dagegenstellen, chronische Schmerzen so unerträglich macht. Wenn man den Widerstand aufgibt, ist der Schmerz noch da, aber es muss kein Leid mehr da sein.“ 
– Britta Hölzel, Psychologin, MBSR- und Yoga-Lehrerin
 
„Ich werde nie wütend. Ich lass stattdessen einen Tumor wachsen.“ – aus einem Film von Woody Allen
 
„Heilen heißt, mit Liebe das zu berühren, was vorher von Angst berührt wurde.“ – Stephen Levine


Schmerzen sind eines der am weitesten verbreiteten und teuersten Gesundheitsprobleme. Sie werden mit einer Unmenge von Medikamenten behandelt, sogar mit Opioiden, die süchtig machen. Es gibt jedoch auch andere Wege, um Schmerzen und deren Auswirkungen auf unsere Lebensqualität zu reduzieren: Meditation. Sie ist kein Allheilmittel, aber sie verringert die Intensität des Leidens.

Achtsamkeit zur Behandlung von Schmerzen

Kabat-Zinn, ein emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School, war der erste, der 1985 den Zusammenhang zwischen Meditation und Schmerzen untersuchte. In seiner Studie lernten Patienten, den Schmerz zu empfinden, ohne ihn sofort loswerden zu wollen. Durch achtsamkeitsbasierter Stressreduktion (MBSR) nahmen Schmerz, negatives Körperbild, Aktivitätshemmung, Angst und Depression ab. Kabat-Zinn: „Aus der Perspektive der Achtsamkeit muss nichts in Ordnung gebracht werden. Nichts muss gezwungen werden aufzuhören, sich zu verändern oder zu verschwinden.“

Paradoxerweise lassen sich unangenehme Zustände wie Angst, Stress oder Schmerz überwinden, indem wir sie einfach wahrnehmen, ohne sie verändern zu wollen. Wenn wir uns nicht mit dem Schmerz identifizieren, nehmen unsere Widerstände ab, was das Wohlbefinden verbessert. Schmerz wird erst durch Widerstand zum Leiden. Meditation hilft, diese Bewertung loszulassen. Mit einem offenen Fokus schaffen wir eine Metaebene. Aus dieser Perspektive können wir beobachten, wie wir Schmerzen empfinden und darauf reagieren. Wir erkennen, dass wir nicht mit ihnen identisch sind. Dieser innere Abstand gibt uns den Raum, unsere Reaktion zu wählen. Die Weite des Gewahrseins kann auch bei chronischen Schmerzen helfen, die emotionalen Aufregungen und Verzerrungen auszugleichen.

Nicht-Anhaften bedeutet einfach sein lassen

Die Dinge sind wie sie sind. Wenn wir das akzeptieren, können wir vertrauen und entspannen. Der pochende Zeh schreit danach gesehen und gefühlt zu werden. Er sehnt sich nach Mitgefühl, nicht nach aggressivem Selbsthass. „Make Peace, Not War!“ bedeutet bei Schmerzen, den ablehnenden Panzer loszulassen und den Bauch wieder weich werden zu lassen. Es bedeutet, den Geist und das Herz zu öffnen, auch um den Schmerz des Grolls loszulassen. Es hilft auch, die Ursachen des Schmerzes oder der Krankheit zu verstehen. Der Körper sagt ab einem gewissen Punkt „nein“ zu dem, was der Geist unbewusst ablehnt.
Liebe hilft uns, mit der inneren Weisheit, die wir alle besitzen, in Einklang zu kommen. Heilung bedeutet, ganz zu sein.

Am Montag, werden wir mit der Meditation von Stephen Levine „den Schmerz weich werden lassen“ beginnen.

Gerald Blomeyer, Berlin, 9. Mai 2021

Foto: (c) https://www.kimberlylaurenbryant.com/

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