„Die Antwort liegt in uns selbst. Wenn wir dort keinen Frieden und kein Glück finden können, wird es auch nicht von außen kommen.“ ― Jetsunma Tenzin Palmo, britische buddhistische Nonne
„Wenn dich etwas Äußeres bedrückt, so rührt der Schmerz nicht von der Sache selbst her, sondern von deiner Bewertung derselben – und diese Bewertung hast du jederzeit in der Hand, zu widerrufen.“
— Marcus Aurelius (121–180 n. Chr.), römischer Kaiser von 161 bis 180 n. Chr. und einer der bekanntesten Philosophen der Stoa
Wir leben innen
Da, wo es wirklich zählt, fühlen wir Liebe, Freude, Angst, Scham. Alles fühlen wir von innen heraus. Nicht weil draußen etwas geschieht, sondern weil es in uns geschieht. Jemand begegnet uns, und plötzlich fühlen wir uns warm oder aufgeregt. Wir sagen: „Ich mag ihn/sie.“ Doch eigentlich mögen wir, wie wir uns fühlen, wenn diese Person da ist.
Wir jagen ständig Dingen hinterher, von denen wir glauben, sie würden uns ein gutes Gefühl geben – Jobs, Menschen, Wohnungen, Urlaube, Pläne. Wir denken: Wenn alles passt, dann sind wir endlich okay. Doch die Welt verändert sich. Und wir uns auch. Was wir heute wollen, kann morgen schon ganz anders sein. Wie soll das Außen da mithalten?
Das Leben draußen kontrollieren, damit es sich innen gut anfühlt?
Doch das funktioniert nicht. Es ist, als wollten wir Wasser mit den Händen festhalten – es rinnt immer durch. Selbst wenn alles kurz mal stimmt – Frisur sitzt, jemand bewundert uns, die Sonne scheint – es hält nicht. Und was dann? Was wäre, wenn wir aufhören, das Außen perfekt machen zu wollen – und stattdessen uns selbst in Ordnung bringen?
Das ist innere Arbeit. Das ist Selbstachtung, echte, klare Arbeit mit uns selbst. Wir sitzen mit unserem inneren Chaos – und hören auf, uns selbst kleinzumachen. Ein blöder Kommentar dauert 15 Sekunden – und wir tragen ihn womöglich 15 Jahre mit uns herum. Warum? Weil wir selbst den Schmerz immer wieder aufdrehen. Wir tragen alte Verletzungen, Trennungen, Peinlichkeiten mit uns herum, als wären sie Handgepäck – schwer und unnötig.
Wir übernehmen Verantwortung für uns
Wir können das Wetter nicht ändern, andere Menschen nicht steuern, die Welt nicht auf Knopfdruck reparieren. Aber wir können aufhören, in uns selbst ein Drama daraus zu machen. Wir können lernen, durch schwierige Momente hindurch zu atmen. Stück für Stück. Wir fangen klein an – verspätete Züge, unbequeme Gespräche, nervige WhatsApp-Nachrichten. Atmen. Offen bleiben.
Wenn wir aufhören, der Welt die Schuld zu geben, und anfangen, innen aufzuräumen, verändert sich etwas. Der Job muss nicht perfekt sein. Die Beziehung nicht makellos. Denn wenn wir innerlich im Gleichgewicht sind, können wir das Außen viel leichter tragen. Nicht perfekt, aber menschlich. Vielleicht sogar richtig schön. Also hören wir auf, darauf zu warten, dass die Welt sich für uns ordnet. Das wird sie nicht tun. Aber wir können uns ordnen. Und darin liegt unsere Kraft, unsere Verantwortung. Das ist die wahre Arbeit. Und dort beginnt unsere Freiheit.
Nachspüren
Was in meinem Inneren versuche ich gerade durch äußere Umstände zu reparieren oder zu beruhigen? Wie fühlt es sich an, wenn ich mir erlaube, einfach jetzt in diesem Moment okay zu sein – ohne dass sich im Außen etwas ändern muss?
Podcast-Meditation Alles willkommen heißen
Gerald Blomeyer, Berlin am 8. August 2025
Vertiefe mit Was willst Du wirklich?
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