Verlangen verengt unser Bewusstsein, bis wir nur noch das sehen, wonach wir uns sehnen. Achtsamkeit hilft uns, andere Möglichkeiten zu sehen.“ – Sandra Weinberg

Uns Raum geben

Ist es möglich, andere zu lieben oder wertzuschätzen, wenn wir unseren Emotionen und schmerzhaften Gedanken glauben? Es sind doch nur Gedanken, dass das Leben ernst ist, die Ressourcen knapp sind oder die Konkurrenz zu groß ist. Wir erwarten viel von uns, von anderen, vom Leben, sind angespannt, hetzen, dass wir manchmal vergessen zu atmen. In der Meditationspraxis lernen wir zu entspannen. Wir geben uns Raum, entschleunigen, lassen los. Wir können wütend, eifersüchtig oder ängstlich sein, ohne darauf zu reagieren. Wir empfinden Freude und Liebe, indem wir unsere Geschichten und starken Emotionen willkommen heißen. Dann beginnen wir, die unbeständige Natur der Gedanken und Gefühle zu erkennen. Sie tauchen in unseren Erfahrungen auf, ebenso wie die Umstände, über die wir oft keine Kontrolle haben. Anstatt uns überfordert zu fühlen, bleiben wir einfach, leicht und offen. Je ehrlicher wir mit uns selbst sind, und bereit sind, das anzunehmen, was ist, desto eher sind wir in der Lage, uns zu ändern. Schaffen wir unter Zeitdruck das nicht, was wir tun wollen, sind wir gestresst und fühlen wir uns als Opfer.

 

Wir leben manchmal wie in einem Dampfdrucktopf

Dampfkochtöpfe haben ein Ventil, um automatisch Dampf abzulassen. Ich erinnere mich an stressige Zeiten, in denen meine Gesundheit, mein Beruf und meine Beziehung belastet waren. Angesichts des Drucks, unter dem ich stand, waren die anderen genervt von meiner „Ungeduld“. Müssen wir nicht alle ab und zu Dampf ablassen? Später habe ich gelernt, das das Überdruckventil im Prinzip ein veränderter Fokus ist. Wir können jederzeit wechseln von einem eng gerichteten „Spot“ zu einem weiten „Flutlicht“. Mir Raum zu geben, mich zu entspannen, auch um meinen Spaß am Leben neu zu entdecken, war der Schlüssel. Die guten Zeiten werden immer gefolgt von schlechten, auf die wieder gute folgen. Ich habe gelernt, von Denken zurückzutreten, um im Herzen die Konstante zu finden, die uns frei macht.

 

Aufmerksamkeit zu schenken, ist ein Akt des Mitgefühls

Um zu begreifen, was mit uns unter Druck geschieht, müssen wir uns selbst zuhören. Im Buddhismus gilt es Körper, Sprache und Geist achtsam wahrzunehmen, indem wir mit den Sinnen, dem Denken und Fühlen nachspüren. Dann können wir auch anderen wirklich zuhören, eine der wichtigsten Fähigkeiten, um anderen zu helfen. Wer empathisch zuhört, versteht, was die andere Person meint. Die meisten von uns können schlecht zuhören, denn wir glauben zu wissen, was der andere sagt. Wir verwechseln das Zuhören mit dem Hören der Worte, die gesprochen wurden. Simon Sinek: „Zuhören bedeutet, dass die andere Person sich gehört fühlt. Wir suchen nach dem Sinn, nicht dem gesprochenen Wort. Menschen brauchen Menschen, um sich gesehen, gehört und verstanden zu fühlen.“ Wir können z.B. kurz nachfragen: „Habe ich das richtig verstanden?“, „Erzähl mehr.“ oder „Habe ich etwas verpasst?“ Fassen wir den Kern des Gesagten zusammen, fördert das die Kommunikation und verbessert unsere Beziehungen. Tiefes Zuhören verbindet, schafft Mitgefühl und erlaubt uns, die Perspektive zu wechseln. Wir können unserem Kern nachspüren: Wer bin ich jetzt, wenn es kein Problem zu lösen gibt?

 

Nachspüren

Wie kannst du dir mehr Zeit und Raum geben? Welche Vorteile hätte das?Wie wirkt das auf die Menschen um uns herum?Wie fühlt es sich an, kreativ, begeistert und in Frieden mit uns sein?

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