Viele Schwierigkeiten im Leben entstehen, weil wir zu schnell Ja sagen. Wenn wir Ja sagen, aber Nein meinen, nehmen wir uns selbst nicht ernst. Als Kind hatten wir Angst davor, allein oder isoliert, ignoriert oder ungeliebt zu sein. Wir passten uns an. Das Leben war einfacher, wenn wir das taten, was man uns sagte. Es fühlte sich gut an, gelobt zu werden.

Auch Erwachsene haben Angst, im Stich gelassen zu werden. Wir wollen von Menschen, die uns nahe stehen, geliebt und akzeptiert werden. Wir haben gelernt nett zu sein, unsere Gefühle zu unterdrücken und das zu sagen und tun, was von uns erwartet wird. Wir befürchten, jemanden zu verlieren, wenn wir Nein sagen. Aber gleichzeitig fühlen wir uns manipuliert und werden nachtragend, wenn wir etwas tun, das wir eigentlich nicht wollen. Die starken Gefühle unserer Jugend können Ausbrüche in der Gegenwart auslösen. Können wir diese Emotionen anerkennen und auflösen? Würde uns das stärken und gesündere Beziehungen ermöglichen?

Um der Harmonie willen, waren und sind wir oft bereit, unsere Grenzen aufzugeben. Wir tun etwas, das wir nicht wollen, anstatt es ehrlich abzulehnen und denken dabei: „Wir machen das ja aus Liebe“. Brené Brown kommentiert: „Ohne Grenzen ist Empathie nicht empathisch und Mitgefühl nicht echt.“ Wir brauchen also Grenzen, die nicht trennen, sondern die sowohl die eigenen Werte als auch die der anderen respektieren.

Neue Grenzen zu setzen mit den Menschen, die man liebt, ist nicht einfach. Ein Schritt wäre, die Entscheidung offen zu lassen. Um flexibel zu sein und unser Verhalten verändern zu können, sagen wir: “Ich bin mir noch nicht sicher. Kann ich darüber nachdenken?” Sich der Antwort aber unsicher zu sein, kann Kraft kosten. Nicht authentisch zu handeln, ist frustrierend und kann Kraft kosten. Hinter dieser Zwickmühle steckt die Angst verletzt zu werden. Um diese aufzulösen, müssen wir ihr begegnen und sie voller Mitgefühl wahrnehmen. Und wir müssen die Wahrheit sagen. Liebe und Respekt beginnen mit Selbstliebe und Selbstachtung. Die Welt sieht dich, wenn du dich selbst zuerst siehst.

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